Die erfolgreiche Nachwuchs-Architektin LISA (29) hat sich nie viele Gedanken darüber gemacht, wie genau ihre Großeltern und Eltern den zweiten Weltkrieg überstanden haben. Darüber wurde fast nie gesprochen, und als sie überraschend das Haus ihres Großvaters in der Eifel erbt, lebt niemand mehr, den sie danach fragen könnte.

Das Haus ist 600 Jahre alt und steht auf einer völlig verwilderten Hochfläche, die von dichtem Wald umgeben ist. Es ist so zerfallen, dass es eigentlich unbewohnbar ist, aber ihr Großvater hat noch bis zu seinem Tod darin gelebt. Lisa ist begeistert von dieser archaischen Schönheit - eine echte Herausforderung für sie als Architektin!

Gegen den Willen ihres besten Freundes und Geschäftspartners, mit dem sie bereits ein anderes Projekt geplant hatte, macht sie sich an die Arbeit.

Die Bewohner des nahegelegenen Dorfes begegnen Lisa mit großem Misstrauen und teilweise unverhohlener Ablehnung. Aber sie lernt die Sängerin Mona, den Tierarzt Hartmann und den Jungbauern Hansi kennen und fühlt sich in guter Gesellschaft.

Dann soll sie plötzlich das Haus räumen, da sie angeblich nicht die rechtmäßige Besitzerin ist!

Karl Singer hat das Haus nämlich 1944, als der Großvater im Krieg war, vom Deutschen Reich gekauft, mit Brief und Siegel und Eintrag im Grundbuch. Wie kann das sein? War ihr Großvater enteignet worden? Und wenn ja, warum? Und warum wurde das zu Lebzeiten ihres Großvaters nicht geklärt? Lisa muss unbedingt herausfinden, was tatsächlich geschehen ist! 

Dabei kann ihr Monas Großmutter Margret helfen - die war nämlich dabei.

Je mehr Lisa über die Vergangenheit ihres Großvaters herausfindet, umso mehr Fragen stellen sich: Wie kommt der Schmuck, den Lisas Großmutter auf ihrem Hochzeitsfoto trägt, in den Besitz von Frau Singer? Ist die Großmutter wirklich „abgeholt“ worden, wie behauptet wird? Und was hat ihr Großvater, der kurz nach seiner Einberufung verletzt wurde, im Krieg eigentlich gemacht? Gehört er zu den Soldaten, die ihren Dienst nicht an der Front, sondern im KZ geleistet haben? Falls ja, was war dort seine Aufgabe? Wovon hat er nach dem Krieg gelebt? Was sucht Hartmann eigentlich wirklich in Lisas Haus, und wie hat er seinen Finger verloren?

Wie weit die Singers zu gehen bereit sind, um Lisa daran zu hindern die Wahrheit heraus zu finden, kann Lisa lange nicht glauben, und als sie es endlich begreift, ist Margret tot und Mona verschwunden.

Der hereinbrechende Winter bringt außerdem noch ganz andere Probleme mit sich: Nicht nur Lisa sucht in dem Haus Schutz vor Kälte und Schnee, sondern auch die Ratten, denen offensichtlich auch daran gelegen ist, Lisa zu vertreiben. Aber selbst wenn sie aufgeben wollte - mit ihrem Auto kommt Lisa hier nicht mehr weg. Es sieht so aus, als müsste sie von Ratten umgeben erfrieren. 

Und dann macht sie eine grauenhaften Fund. Sie erkennt, dass Täter nicht immer nur Täter, und Opfer nicht immer nur Opfer sind.

Jetzt will sie nur noch überleben und das Haus mit seiner Geschichte dem Verfall überlassen.